Hermann Diestelhorst
Mee(h)r-Aussichten
Ausstellungseröffnung am
Freitag, dem 08. Mai 2026, um 19.30 Uhr,
im Richard Haizmann Museum, Niebüll
Es sprechen
Dr. Christian Schulz, RHM
Tore Diestelhorst, Sohn des Künstlers
Ausstellungszeitraum 9. Mai 2026 – 5. Juli 2026
Hermann Diestelhorst (1924-2001)
Mee(h)-Aussichten
Die Ausstellung MEE(H)R-AUSSICHTEN gewährt einen Überblick über die die Jahrzehnte währende Schaffenszeit Diestelhorsts. Verschiedene Techniken und Materialien greifen vorwiegend Stadtlandschaften, Landschaftsmalerei und Tiere variantenreich wiederholt auf. Aber das Sujet Meer ist seit seiner Studienzeit immer wieder Ausgang der künstlerischen Auseinandersetzung und der Entwicklung. Anfangs noch expressionistisch im Stil geprägt, wendet sich Diestelhorst zunehmend der Abstraktion zu, die konträr auch zu abstrahierendem Realismus ausschlagen kann. Familiäre Verbindungen nach Holstein und der stete Drang, die vielseitige Nordseeküste zu erfahren, ließen Landschaften einen großen Teil seines Oeuvres einnehmen. Fundstücke werden zu Stilleben arrangiert, szenische Darstellungen charakterisieren die regionale Gegenwärtigkeit. Meeresvögel charakterisieren einen besonderen Zugang zur Region und stehen motivisch im Fokus.
Die technische Umsetzung als Radierung, Holzschnitt, Zeichnung oder Malerei setzt mit sowohl unterschiedlicher Herangehensweise als auch thematischer Hervorhebung und detaillierter Intensität das Momenthafte in Szene. Leichtigkeit und präzise Beobachtung offenbaren einen lebensbejahenden Augenblick in dem Gerüst einer sicheren Komposition. Klare Linien und spannungsvolle Kontraste zeigen harmonische Strukturen und erwirken sowohl eine emotionale Wirkung als auch einen vielschichtigen Einblick.
Nach seinem Studium im Kunstseminar bei Prof. Pramann an der PH in Bielefeld, besuchte Diestelhorst die Kunsthochschule in Hamburg (1951-1952). Insbesondere sein Studium in Malerei und Grafik an der Landeskunstschule in Hamburg bei Wilhelm Grimm prägte fortan sein künstlerisches Schaffen. Der Austausch mit Kommilitonen wie Paul Wunderlich oder Horst Jansen, mit dem Diestelhorst eine Grafikwerkstatt teilte, wirkten sich nachhaltig aus.
1953 erfolgte die Rückkehr in den Schuldienst, in den er 1949 eingetreten war. Seine Tätigkeit an der Schule wird seit Beginn an von Ausstellungen oder Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in Bielefeld, Hagen a.T.W., Lemgo, Marl, Münster oder Recklinghausen, begleitet.
1954 Umzug nach Kirchdornberg, wo Diestelhorst 1968 zum Rektor der dortigen Grundschule berufen wurde.
1972-1995 Beirats- und Vorstandmitglied des Bielefelder Kunstvereins.
Hier baut Diestelhorst eine Artothek auf und organisiert zahlreiche Ausstellungen.
Mit der Pensionierung beginnt 1987 eine intensive künstlerische Schaffensphase, die mit Ausstellungen im Bielefelder Kunstverein 1995 und 2001 eine große Außenwirkung erzielen. Nach seinem Tod 2001 begann ab 2016 mit Ausstellungen in Bielefeld, Rödingshausen, Varenholz und Werther oder mit der anläßlich des 100. Geburtstag initiierten Retrospektive im Kloster Möllenbeck ein wiederkehrendes Interesse an dem vielfältigen Werk Hermann Diestelhorts.