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Till Verclas

Licht und Struktur Skulptur, Grafik, Zeichnung

Sa., 18. April 2026So., 5. Juli 2026

Einladung zur Ausstellungseröffnung

am Freitag, 17. April 2026, um 19.30 Uhr

Begrüßung und Einführung

Dr. Christian Schulz

im Gespräch mit dem Künstler

Wind, Blitz und Donner.

Ein musikalischer Statusbericht von und mit

Max Verclas (Trompete)

Till Wettlaufer (Gitarre)

Christian Schmidt (Schlagzeug)

 

TILL VERCLAS – LICHT UND STRUKTUR
Skulptur, Grafik, Zeichnung

Unnahbares wird greifbar, Greifbares wird abstrakt.
Skulpturen aus Stein, Holz und Metall sowie Zeichnungen und Grafik beschreiben Licht und Strukturen, die thematisch vorrangig mit den archaischen Motiven wie Boot, Rad, Werkzeug oder Haus das künstlerische Schaffen Verclas’ seit seiner Studienzeit bestimmen.
Zwei- und dreidimensionale Erscheinungen umschreiben vielfältig einzelne Themen mittels unterschiedlicher Technik und Ansicht. Fragil und beständig, einfühlsam und scheinbar abgrenzend begegnen die einzelnen Werke dem Betrachter.
Den inversiven Metallskulpturen werden Zeichnungen und Grafik gegenübergestellt, um Licht und Strukturen nahbar zu präsentieren. Die Grafiken sind mitunter strukturell geschichtet, auch farblich akzentuiert und perspektivisch erweitert, um Ordnung zu schaffen oder diese gar zu lösen.
Skulpturen, Zeichnungen, Bilder, Grafiken entstehen in Serien. Die Ausarbeitungen beschränken sich nicht nur auf einzelne Materialien – vielmehr versucht die Behandlung eines Themas über das zunehmende Verdichten aus der facettenreichen Bearbeitung den Versuch einer allseitgen Erfassung, die Vielfalt und Potenzierung der Essenz zu begreifen.
Der Wechsel von Motiv und Grund, Licht und Schatten, Positiv und Negativ, An- bzw. Abwesenheit, Wechselspiel aus Linien und Flächen, potenzierten Kontrast in Schwarz und Weiß, fließende und harte Übergänge beschrieben die jeweiligen Motive auf poetische ihre spezifische Art.

Prägend für die Virtuosität war die Ausbildung zum Kupferdrucker. Intensive Beschäftigung und der Ausbau einer eigenen Druckerei verschaffte Verclas internationale Anerkennung, die sich in der Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern widerspiegelt. Es begann in einem Atelier, welches in Räumen einer alten Räucherei dem künstlerischen Wirken Raum gewährte. Industrielle Atmosphäre war unmittelbar zu spüren. Ölige Rauchablagerung und die verbliebenen Reste der Räucheröfen müssen eine spezielle Voraussetzung für die folgenden, industriell geprägt anmutenden Inspirationen gewesen sein.

Die ausgeführte Druckgrafik zeugt von technischer Brillanz und Erfindungsreichtum. Die im Selbstverlag erschienenen Bücher sind oftmals eine Kombination seiner druckgrafischen Qualitäten und sind eine bereichernde Konzentration seines Schaffens. Inhaltlich thematisieren die Bücher das Schaffen Verclas’, ohne sich jedoch festzulegen – vielmehr variieren sie konzeptionell zwischen Katalogen mit eigenen Werken bis hin zu Künstlerbüchern mit Originalgrafik, die auch in seltenen Fällen in Austausch mit literarischen Texten stehen.
Die gedruckten Arbeiten variieren zischen Nah- und Fernsicht, wobei diese sowohl zu einer Einheit verquicken als auch einander gegenüberstehen. Es werden die technischen Möglichkeiten komponierend und variierend reflektiert ausgeschöpft. Vorausschauende Arbeitsweise und handwerkliche Sorgfalt gepaart mit materialtechnischen Kenntnissen lassen die gesamte Bandbreite der Druckverfahren erkennen.
Motive, real oder ohne detaillierte Vorgaben oder ständige Kontrolle, werden in prozessualer Herausbildung in Strukturen geformt, indem diese in kontrollierte Ordnung mittels zeichnerischer Mittel gesetzt werden. Stets begegnet Verclas seinen Themen spielerisch und mit nie ermüdender Neugierde. Während der gesamten künstlerischen Laufbahn entstanden Arbeiten aus Holz, Stahl und Bronze – stets auf der Suche nach der Essenz. Es wird weder die inhaltliche noch die handwerkliche Ebene verleugnet. Die Elemente unterliegen einem grundlegenden, oft tiefgreifenden Wandel von Strukturen, Prozessen, Formen oder Zuständen, der von einem Ist-Zustand zu einem neuen Ziel-Zustand transformiert. Die Konzentration auf das Wesentliche ist irritierend durch seiner Abweichung.

Veranstalter: Richard Haizmann Museum